Neue Folge #30: Raus aus der Erschöpfung – Burn-out-Erfahrung und Prävention im Handwerk

Shownotes

Was passiert, wenn aus dauerhaftem Stress eine ernsthafte Erkrankung wird? Moderator Kay Holm spricht mit dem Unternehmer und ehemaligen Fliesenleger Jan Kempf über seine Erfahrung mit Burn-Out und Depression und seinen langen Weg zurück in den Berufsalltag. Dr. med. Daniela Bach, Expertin für Stressbewältigung und Resilienz, erklärt, wie sich erste Warnsignale erkennen lassen und was dabei helfen kann, besser mit Belastungen umzugehen. Außerdem geht es darum, wie Führungskräfte psychische Gesundheit im Betrieb zum Thema machen und welche einfachen Präventionsmaßnahmen sich auch in kleinen Handwerksbetrieben umsetzen lassen.

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Das passiert in der Folge:

02:16 Wie aus beruflichem Engagement schleichend Überlastung wurde 09:28 Was ist Resilienz und wie lässt sie sich stärken? 13:21 Jan Kempfs Burn-out-Erfahrung: Als plötzlich nichts mehr ging 15:54 Warum psychische Erkrankungen im Handwerk häufig ein Tabuthema sind 19:15 Burn-out und Depression: Wo liegen die Unterschiede? 20:47 Wege aus der Erschöpfung: Therapie und neue Gewohnheiten 26:37 Zurück in den Beruf: Aufgaben abgeben und Arbeitsabläufe verändern 34:35 Psychische Gesundheit im Betrieb: Führungskräfte als Vorbilder 36:19 Burn-out-Prävention: Was auch kleine Betriebe tun können 40:30 Warnsignale erkennen: Wann sollte man sich Hilfe holen? 45:44 Mythencheck: Offen über psychische Belastungen sprechen

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00:00:00: Die Stresssymptome sind unglaublich vielfältig und die Crux, sie schreien nicht unbedingt nach Stress.

00:00:06: Das heißt wir machen unter Umständen sehr lange einfach so weiter wie gehabt bis wir diese vielen verschiedenen Symptome plötzlich mit dem Stress in Zusammenhang bringen können und dann auch handeln können.

00:00:25: Hallo und herzlich willkommen zu Alles Geregelt, der Arbeitgeber Podcast der IKK-Klassik.

00:00:30: In unserem Podcast befassen wir uns mit Themen und Fragestellungen die für alle interessant und wichtig sind, die in Führungsverantwortung oder unternehmerische Verantwortung stehen.

00:00:40: Und heute geht es um das Thema Burnout Erfahrung und Wege aus der Erschöpfung also um die Frage wie geht man mit dauerhaftem Stress gesund um?

00:00:50: Wie kann man entsprechende Belastungen vermeiden verhindern und dem aus dem Weg gehen.

00:00:55: Ich habe zwei Gäste, einen hier im Studio, Jan Kämpf ist ehemaliger Fliesenleger und heutiger Unternehmer.

00:01:01: Hallo, Jan!

00:01:02: Schön, dass du da bist.

00:01:03: Ja hallo schön dabei zu sein

00:01:05: Und zugeschaltet aus Bad Nauheim wie ich eben gerade erfahren habe.

00:01:09: Doktor Med Daniela Bach, Medizinerin und Expertin für Stressbewältigung und Resilienz.

00:01:14: Hallo Daniela

00:01:15: Hallo Studio

00:01:17: Du arbeitest unter dem Stichwort Fachwissen ohne Fach chinesisch Daniela, ich fange mal direkt mit dir an.

00:01:24: Was heißt denn das?

00:01:25: Ich finde wir müssen unser medizinisches Fachwissen oder dürfen unser medizinisches Fachwissens an alle Frauen und Männer da draußen bringen ohne uns mit lateinischen und griechischen Fachwörtern schmücken zu müssen.

00:01:39: Gesundheitswissen gehört leicht verständlich, leicht verdaulich und gerne mit Humor an Mann und Frau gebracht.

00:01:45: dann ist es auch viel leichter umsetzbar.

00:01:47: Und das machst du dann auch im Thema Stressbewältigung und Resilienz.

00:01:50: Ganz genau so ist es, dass das Thema ernst und gleichzeitig ist.

00:01:53: Es ist wichtig von ganz vielen Seiten zu betrachten und eben auch von der medizinischen Seite zu gucken.

00:01:59: was hilft denn wirklich wenn's soweit ist?

00:02:01: oder was kann vielleicht sogar helfen bevor es mir schlecht geht?

00:02:04: Ja!

00:02:05: Dann haben wir natürlich auch einen Betroffenen in Anführungsstrichener.

00:02:08: deswegen ist er Jan hier Du bist ehemaliger Fliesenleger.

00:02:12: Was bringt dich zum Thema Burnout Stressbeweltigung?

00:02:16: Tatsächlich war es einfach eine Überlastung in einem Bereich, wo man immer gedacht hat, das geht immer weiter.

00:02:22: Es gibt immer mehr ... Ich hab mich mit ... Mit zweiundzwanzig selbstständig gemacht.

00:02:26: Man hat immer mehr gearbeitet und dazugemacht.

00:02:29: Sport teilweise exzessiv mitbetrieben.

00:02:32: Ein Haus gebaut, geheiratet.

00:02:34: Und man denkt immer, man kann das alles mitmachen?

00:02:37: Irgendwann geht's los mit Wehwehchen.

00:02:40: Einmal der Kopfschmerz da, des Nackenzwecken hier, der Rücken da.

00:02:45: Dann hat man mal einen Sommer dabei, wo man eine Allergie hat.

00:02:49: Wo man nie mit Allergien zu kämpfen hatte und irgendwann geht natürlich das los, dass es immer schlimmer

00:02:54: wird.".

00:02:56: Das ist ja genau das Stichwort Daniela da bringe ich dich mal mit ins Spiel.

00:03:00: Das kennt ja vermutlich jeder.

00:03:03: Jan hat eben gesagt mit zweiundzwanzig hat er an der Stelle das erste Mal damit zu tun gehabt.

00:03:08: Er hat dann unterschiedliche Baustellen in Anführungsstrichen aufgemacht, Familie, Haus gebaut usw.

00:03:16: Aber letztendlich haben wir ja vielfältige Baustelle jeder im Leben und dann passiert so etwas.

00:03:22: Wie siehst du das aus medizinischer Sicht?

00:03:25: Absolut.

00:03:25: Wir jonglieren so viel gleichzeitig und erwarten auch von uns, dass wir das zu jeder Lebensphase gleich gut gewuppt bekommen – und häufig!

00:03:33: Jan hat es so schön geschildert wie vielfältig diese Beschwerden, die er gesagt hat sich äußern können, bringen wir sie gar nicht in Zusammenhang mit einem erhöhten Stressleveln.

00:03:44: Das sind unterschiedlichste Dinge, die sich da bemerkbar machen können.

00:03:48: Von körperlichen Symptomen wie Bauchschmerzen Nackenschmerzen der Rücken, also die Kreuzschmerzen ist so der Klassiker.

00:03:57: Magen da Probleme?

00:03:59: Dass man Verdauungsprobleme welcher Art auch immer bekommt aber eben nicht nur körperliche Beschwerden das können Schlafprobleme sein.

00:04:06: So ein dauerhafter Stress kann sich in den sozialen Rückzug äußern dass man Alles was einem eigentlich Freude bereitet hat die sportlichen Aktivitäten zurückfährt und eigentlich sich ganz einigelt.

00:04:18: Häufig sind so Zeiten in denen wir unter Aktuellen Volldampf stehen, egal ob beruflich privat oder berufliche und privat.

00:04:26: Auch Zeiten in denen wir unseren Humor verlieren.

00:04:28: Wir werden zynischer weil das alles vielleicht nicht so läuft wie geschmiert, wie wir uns das so vorstellen.

00:04:34: Es kann sein, dass wir häufiger Konflikte haben.

00:04:36: Sei es im privaten partnerschaftlichen Bereich.

00:04:39: Also Stresssymptome sind unglaublich vielfältig und die Krux schreien nicht unbedingt nach Stress.

00:04:45: Das heißt, wir machen unter Umständen sehr lange einfach so weiter wie gehabt bis wir diese vielen verschiedenen Symptome plötzlich mit dem Stress in Zusammenhang bringen können und dann auch handeln

00:04:57: können.

00:04:58: Habe ich noch mal eine Frage?

00:04:59: Weil du mit dem Thema Resilience beruflich zu tun hast... Wie man den Hinsicht jetzt mal Widerstandsfähigkeit steigern kann, das möchte ich gleich auch noch mal hinterfragen.

00:05:09: Bevor ich das aber tue nochmal zu Jan zurück ... Du hast eben geschildert wie es bei dir aufgekommen ist.

00:05:17: Vielleicht kannst du da noch ein bisschen konkreter einsteigen?

00:05:20: Bei mir hat es klassisch begonnen mit ... Ich würde fast sagen schon mit dem Start der Selbstständigkeit!

00:05:27: Wir haben... Immer diese Themen, dass wir immer mehr von uns selber erwarten und wenn wir irgendwo gerade jetzt wie bei mir mit der Selbstständigkeit starten ist es natürlich so das man gern auch mehr leistet.

00:05:43: Dass man gern mehr macht und dass auch immer mehr sei's aus der Industrie eher in meinem Fall, sei es irgendwelche Vertreter, sei´s Freunde!

00:05:52: Sei´s Nachbarn dir immer mehr auf die Schulter klopfen und sagen, du magst es gut.

00:05:57: Du bist der Beste, das ist toll!

00:05:59: Oh, du hast so einen Wachstum und noch ein Mitarbeiter

00:06:01: eingestellt.".

00:06:03: Und diese ganzen Geschichten treiben uns natürlich in eine Richtung ... dass wir gar nicht mal merken, dass wir oder jetzt speziell ich zu dieser Zeit früh um vier Uhr aufstehen, ne Stunde joggen gehen weil wir meinen... Ich bin ja jung, muss Sport machen.

00:06:20: Dann um fünf Uhr halb sechs ins Büro gehen.

00:06:23: Es ist Angebot schreiben, Sachen für die Mitarbeiter zu machen.

00:06:26: Um sieben Uhr bin ich dann mit den Mitarbeitern auf Baustelle gegangen bis sechszehn Uhr, sechzehntunddreißig.

00:06:33: Bin dann um sechszehnte und dreißig zur unsere Kunden gefahren weil irgendjemand musste ja die Bäder, die wir gefließt haben auch anschauen anbieten.

00:06:41: Das habe ich dann so bis neunzehn uhr gemacht.

00:06:45: Neunzehnten Uhr bin Ich dann meistens ins Training.

00:06:47: Zu der Zeit hab ich viel Kampfsport gemacht.

00:06:50: Ich bin dann, wie gesagt, neunzehn Uhr so was ins Training.

00:06:54: Training frisch geduscht.

00:06:56: Bin ich dann um einundzwanzig Uhr kurz heim zu meiner Frau.

00:06:59: Haben zwei drei Worte gesprochen und dann bin ich wieder ins Büro.

00:07:02: Hab die Angebote, die ich natürlich davor angeschaut habe, hab' ich dann fertig gemacht Und bin dann irgendwann um... ...ich nenn mal einen Zeitfenster zwischen dreieinzwanziger und zweier Uhr Nachts heimgekommen und das ist natürlich irgendwann zu viel.

00:07:18: aber das weiß man in dem Moment nicht weil Erstens ist man jung, zweitens bin ich natürlich auch ein Mann.

00:07:25: Also logischerweise unsterblich.

00:07:28: Dann kommen ganz normale Lebens- oder Alltagsgeschichten einfach dazu.

00:07:33: Wir haben geheiratet, es ging dann weiter nach der Hochzeit, haben wir gebaut.

00:07:38: was macht mal das Handwerker?

00:07:39: Man baut das Haus natürlich selber.

00:07:41: also haben wir den Großteil in dem Haus am Samstag gemacht abends noch gemacht am Sonntag gemacht aber man hat es ja für sich gemacht.

00:07:52: Und so wurde letztendlich der Rucksack immer voller und irgendwann, nachdem dann der Hausbarum war die Firma gelaufen ist meine Frau am Start war übrigens auch da ein Thema wir hatten nie ein Problem das dass ich so viel gearbeitet habe weil meine frau das ja mitgetragen hat.

00:08:15: Wir haben es für uns gemacht Und so und das hast du vorhin schon mal so gut gesagt, sozialer Rückzug.

00:08:22: So kam dann natürlich bei uns zum Beispiel auch sie ist am Wochenende dann weggegangen um halt was zu erleben.

00:08:28: zur der Zeit wir waren Mitte zwanzig und ich bin dann aber am Sofa liegen geblieben weil ich hatte keine Kraft mehr am Wochenenden wegzugehen.

00:08:37: für meine Frau war es aber normal weil ich habe ja so viel gearbeitet er braucht auch mal Ruhe hab ich mich immer mehr zurückgezogen, war immer mehr alleine und dann kommst du aus der Schleife natürlich gar nicht mal raus.

00:08:51: War ja quasi auch eine soziale Entschuldigung da?

00:08:54: Natürlich!

00:08:56: Genau.

00:08:57: Und ... Der Sport damals, egal ob jetzt ein Kampfsport oder Chocken oder was auch immer, oder Fußball, diese eine Stunde reißt dich ja nicht mehr aus deinem Stresslevel raus.

00:09:08: Die setzt eher noch eins on top weil du in den Sport gehst und der vor schon wieder weiß, was du danach noch machen musst.

00:09:15: Deswegen mit Erholung hat das in dem Fall nichts mehr zu tun

00:09:19: können.".

00:09:19: Daniela da möchte ich dann direkt einsteigen.

00:09:21: wie lässt sich denn Resilienz tatsächlich stärken

00:09:25: um

00:09:26: ja nicht in diese Falle zu laufen?

00:09:28: Also wenn man die Geschichte hört, ist es natürlich der klassische High-Performer.

00:09:32: Das ist das was auch Social Media, auch wenn man Linken aufmacht, propagiert wird.

00:09:37: früh aufstehen, früh schon mit Sport für mich selbst sorgen, powern, powernn abends noch mal eine Einheitssport und gleichzeitig irgendwann bist du am Ende weil dein Körper immer im Volldarm fährt.

00:09:51: Und wenn es um Resilienz geht, ist das ganz hilfreich sich einmal anzugucken.

00:09:54: was meint denn Resilience?

00:09:56: Resilientes sind im Grunde unsere Fähigkeit auf herausfordernde Situationen, auf Konflikte, auf ungeplantes reagieren zu können.

00:10:04: und wir haben es in der Uni so schön beschrieben bekommen mit einem Schwamm ein Schwamm den ich verformel und der nach Ende der Belastung wieder zurück springt in seiner Ausgangsform Im optimal Fall sogar besser aus dieser Belastung des Zusammenquetschens hervortritt.

00:10:20: Also wie Phoenix aus der Asche noch besser dasteht als vor der Herausforderung.

00:10:25: Klingt total erstrebenswert, die gute Nachricht vorab wir können Resilienz lernen also niemand wird als superresilienter Schwamm oder als Phoenix geboren.

00:10:35: und gleichzeitig gibt es Tools, die wir erlernen können, die auch ausprobieren können in unserem Alltag.

00:10:41: ausprobierend können die uns dabei unterstützen auf ungeplantes, ungeahntes und vorhergesehenes Reagieren zu können.

00:10:50: Um bei einem Beispiel aus dem Unternehmerleben, aus dem Handwerkerleben zu bleiben nicht alles habe ich in der Hand.

00:10:57: Manchmal bin ich darauf angewiesen dass die bestellte Ware ... Bei dir die Fliesen zum Beispiel an Tag X auf die Baustelle geliefert werden.

00:11:05: meine Monteure stehen parat Alles ist da nur die Fließen fehlen weil Lieferverzögerung.

00:11:12: Wie reagiere ich auf so eine Situation?

00:11:14: Der Stress ist immer der gleiche, aber ich habe die Wahl meiner Reaktion.

00:11:19: Und wichtig es da für sich selbst Mechanismen zu entwickeln, die helfen und das ist nicht immer das Gleiche was gut hilft.

00:11:28: Es kann sein dass ich genau an dem Tag nur dieses eine Arbeitsfenster hatte und die nächsten zehn Tage stehen schon die nächsten Zehn Baustellen an.

00:11:36: dann ist das ömmelig und gleichzeitig hab' ich die Wahl meine Reaktionen auf diese Belastung.

00:11:41: Wir können, nicht nur Resilienz stärken sondern wir können auch unseren Umgang mit Stress immer weiter entwickeln so dass er gut in unser Leben passt.

00:11:50: Und da sind wir wieder am Anfang.

00:11:51: wichtig ist es wie erkennen das wir unter Stress sind und das ist eben nicht gesundes einfach Augen zu und durch und noch schneller noch höher noch weiter von uns und unserem umfeld zu verlangen.

00:12:02: ich glaube das ist ja das was gerade zum schluss gesagt hat ja auch nochmal ein ganz wichtiger punkt die die Gesellschaft, das Umfeld.

00:12:09: Die Umgebung unserer Umwelt... fordert das ja auch ein.

00:12:13: Also dieses... Und wir selbst?

00:12:15: Ja, und wir selber ist auch klar!

00:12:17: Weil wir immer gefühlt im Wettbewerb stehen mit anderen oder mit der Zeit.

00:12:21: Das beginnt so klein und so wertvoll bei der Wahl unserer Worte wenn wir über uns selbst denken und mit uns selbst sprechen.

00:12:29: unsere innere Stimme ist irrsinnig mächtig, das glaubt man kaum.

00:12:33: also wenn ich in der Situation die Unvorher gesehen und umgeplant eintritt dann auch noch mir selbst Vorwürfe mache dass bei dir wieder nicht so läuft.

00:12:43: An der Baustelle war sowieso schon alles schief gelaufen, hätte ich ja kommen sehen können, dass das jetzt auch nicht klappt.

00:12:49: Toll, toll, toll!

00:12:51: Macht was ganz anderes mit mir als wenn ich sage Ja gut Schicksalhaft ist jetzt ärmlich aber wir gucken was wir daraus machen.

00:12:59: Das ändert alles und häufig sind wir mit uns selbst wie wir mit unselbst denken und mit uns selbst reden viel kritischer als wir es mit Freunden oder sogar mit unseren Kollegen erinnern wären.

00:13:10: Das glaube ich noch mal ein guter Punkt.

00:13:12: Jan, Stichwort Selbsterkenntnis.

00:13:15: wann hattest du die denn so nach dem Motto jetzt muss ich was ändern?

00:13:21: Ja das hat noch einige Monate gedauert und zwar ging es dann irgendwann los dass die Wehwähchen einfach immer schlimmer wurden die ich hatte.

00:13:31: aber die Vielzahl der Wehwehchen hat dann irgendwann so zugnommen dass ich tatsächlich auch nicht mehr aufgekommen bin.

00:13:39: Also ich lag dann wochenlang am Sofa erst bei uns zu Hause und das war damals schon nicht ich, aber ich hatte einfach keine Kraft mehr.

00:13:51: Aber der starke Mann wie eingangs auch erwähnt, der weiß natürlich, ich wusste gar nicht was ich hab.

00:13:57: Als es dann aber losging dass ich mich nicht mehr getraut habe aufs Klo zu gehen weil ich dachte wenn ich aufstehe platzt mir irgendwas im Kopf oder Herzinfarkt oder sonst irgendwas oder ich Panikattacken hatte, wenn wir die Rote Arbeitshosen haben.

00:14:13: Wenn ich meinen Schrank aufgemacht habe und hab die rote Hose gesehen, dann hatte ich eine Panikattacke.

00:14:18: Auch daher ... Ich wusste gar nicht was da los ist!

00:14:22: Weil ich als Typ war eher derjenige, der früher gesagt hat, komm, Burnout!

00:14:28: Da ich schmarre, schau das morgen wieder auf Arbeit kommst.

00:14:32: Vielleicht musste ich es auch genau deswegen so hart bekommen, weil ich früher so gedacht hab?

00:14:37: Ich habe irgendwann eben das Google begonnen und habe immer mehr solche Burnout-Tests irgendwo auch gefunden bei meinen Symptomen.

00:14:48: Und nachdem ich dann halt bei jedem gefühlt, bei jedem Test volle Punktzahl hatte bin ich damals mit meinem Tablet zum Arzt marschiert und hab gesagt könnte es sein dass ich genau das habe.

00:15:00: Dann hat er natürlich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen weil der mich nur mit Einzelsymptomen kannte und net das große Ganze sehen konnte, deswegen auch kein Vorwurf an diesen Arzt.

00:15:10: Und ... er hat mich dann gleich eingewiesen in eine Klinik oder hat mir eine Einweisung gegeben.

00:15:19: Ich bin auf Suche gegangen, welche Klinikum könnte für mich als Unternehmer schnellstmöglich passen?

00:15:25: Und hab eine Kline gefunden, in der ich letztendlich zwölf Wochen war.

00:15:30: Daniela!

00:15:31: Wenn wir über körperlich arbeitende ... Menschen sprechen, also das Handwerk zum Beispiel sprechen und dass dementsprechend das Thema psychische Belastung kaum ausgesprochen wird oder thematisiert wird möglicherweise so eine Art Tabuthema ist.

00:15:50: Wie siehst du das?

00:15:51: Oder wie erlebst du das aus medizinischer Sicht?

00:15:54: Ich denke es ist wann immer wir von Tabuthemen sprechen und da sind psychische Probleme Ein Tabuthema par excellence.

00:16:03: Ist es wichtig?

00:16:04: Tabus verlieren ihren Schrecken, wenn wir sie offen kommunizieren können und gerade im Handwerk ist da selten eine geeignete Situation um sein Innerstes nach außen zu krempeln.

00:16:16: Das hast du so schön eskiziert!

00:16:18: Wir sind die starken Männer, wir sind völlig unverwundbar und im Handwerks wird angepackt und weggeschafft.

00:16:24: das ist so dieses scharfe scharve Häuslebau Da ist nicht viel mit weicher Kern, an denen man da noch rangeht.

00:16:31: Das sind starke Mucki-Männer

00:16:33: und die

00:16:33: schaffen was!

00:16:36: Das ist fatal für alle, die unter der Situation leiden weil dann tragen sie zusätzlich noch die Würde... das hat sonst keiner hier.

00:16:46: Alle schaffen da ihr Zeug weg und sind Sie zu stark?

00:16:48: Bist du zu

00:16:49: schwach?!

00:16:49: Wir müssen und wir dürfen dringend offen kommunizieren, dass psychische Erkrankungen Belastung wie ein Burnout, wie eine depressive Erkrankung, wie auch ne Angststörung und auch Suchterkrankung kein Arbeitsumfeld meiden.

00:17:06: Wir finden all das in jedem Umfeld, auch im Handwerk Auch wenn noch zu wenig darüber gesprochen wird.

00:17:13: Und du hast jetzt eben so schön gesagt Das hat sonst keiner hier!

00:17:17: Das schreit ja quasi nach Kommunikation.

00:17:21: Wie hast du denn das, was selber Unternehmer?

00:17:24: Aber letztendlich habt ihr dann überhaupt solche Themen überhaupt mal kommuniziert bei euch in der Vergangenheit.

00:17:30: Ja erst einmal gar nicht!

00:17:31: Ich selbst wusste ja nicht einmal, was ich habe.

00:17:34: Ich bin dann in diese Klinik und ich hatte ... oder wir, meine Frau eher... Wir haben unseren Mitarbeitern damals erstmal kommuniziert dass ich eine Verletzung am Knie hatte mich operieren hab lassen und direkt danach auf Reha bin um natürlich irgendeine Story zu haben, die jetzt erst mal wochenlang die Gemüter beruhigt.

00:17:53: Weil der Chef hier nicht da ist und selbst im Freundeskreis.

00:17:59: Ich war früher ein komplett anderer Typ, der ganz anders über solche Themen oder eben Krankheiten auch gesprochen hat.

00:18:05: Für mich gab es das nicht.

00:18:07: Und ... das zu lernen dann erstmal in der Klinik.

00:18:11: was ich überhaupt habe?

00:18:14: Was is sein Burnout?

00:18:15: Ein Burnout!

00:18:16: In dem Fall wie's bei mir geschildert wurde Ich hatte nichts anderes wie schwere Depression.

00:18:22: Deswegen bin ich auch immer ein bisschen vorsichtig mit dem Wort Burnout, weil Burn out bei uns mittlerweile schon wieder ein Wort ist, das eingedeutscht wurde und tatsächlich meiner Meinung nach eine kleine Volkskrankheit wird.

00:18:39: Das Wort Burn Out gibt es sehr schnell wenn jemand mal zwei Wochen mehr gearbeitet hat.

00:18:44: Und das ist eben nicht korrekt!

00:18:46: Weil zwei Wochen Stress runterkommen, den Schwamm wieder groß werden zu lassen um auf dein Beispiel zurückzukommen.

00:18:53: Das hat nichts damit zu tun mit einer schweren Depression und deswegen war der Umgang vorher bei mir im Betrieb überhaupt nicht

00:19:00: gegeben.".

00:19:00: So, der Jan hat eben gesagt er hat eine schwere Depression gehabt und ist über ein Burnout da hingekommen oder sowohl das ihm erklärt dann jeler kannst du es medizinisch klarer ziehen für uns?

00:19:15: für Jan kann ich es nicht klarer ziehen, aber generell ist wichtig einmal festzustellen dass ein Burnout kein Synonym für eine Depression jetzt zum Beispiel im beruflichen Kontext ist.

00:19:25: Ein Burnout ist mehr ein, ich sag mal recht flapsig in etwas weicheres Symptomenbild.

00:19:32: Eine Depression hat definierende Symptome über die man eine Depression erkennen kann und gleichzeitig ist es wichtig zu wissen, dass ein Burnout mit einer depressiven Verstimmung mit einer Depression einhergehen kann.

00:19:46: Und vor allen Dingen erhöht oder kann ein Burn-Out das Risiko für das Entstehen einer Depression erhöhen?

00:19:52: Das bedeutet, es gilt da immer wachsam zu sein, da sich v.a.

00:19:56: auch Burn out und Depressionen Symptomen teilen, die überlappend seien können ist es um so wichtiger da ganz genau hinzugucken, auch von Therapeuten Seite.

00:20:06: Wo steht denn mein Patient?

00:20:08: Meine Patientin und brauche ich vielleicht auch medikamentöse Unterstützung.

00:20:12: Nun

00:20:12: warst du ja schwer krank, wie du's ja auch geschildert hast, schwere Depressionen ... Und Niedergeschlagenheit beziehungsweise zu Hause rumliegen in Anführungsstrichen.

00:20:25: Und wo war dann der Knackpunkt?

00:20:31: dann auch tatsächlich Gewohnheiten zu verändern.

00:20:34: Hast du einen Zettel genommen nach dem Auto Plus Minus?

00:20:37: Das sind meine bisherigen Gewohnheit, das mache ich jetzt mal anders.

00:20:40: Also irgendwo war der Denkanstoß auch tatsächlich etwas zu verhindern.

00:20:47: Es

00:20:47: sind sehr viele Kleinigkeiten die man einfach verändern muss dann auch.

00:20:53: Bei mir war es der Bereich ... Ich habe mich sehr für die Krankheit, weil es ist nichts anderes als eine Krankheit interessiert.

00:21:01: Ich habe mit Persönlichkeitsentwicklung begonnen.

00:21:03: Ich hab mich gefragt, was ist eine Depression?

00:21:07: Hab sehr viel Wissen mir da drüber angeeignet.

00:21:11: Hab mir dann einen Persönlichkeitstrainer auch an die Seite geholt.

00:21:15: Ich bin parallel noch zu einer Psychotherapie, was auch so ein Punkt bei uns ist.

00:21:21: Keiner spricht über Psychotherapien meiner Meinung nach wenn man an Amerika denkt.

00:21:27: Jeder hat einen Therapeuten jeder geht und bespricht seine Sachen.

00:21:31: Wir alle haben Themen, wir reden da einfach bei uns nicht drüber.

00:21:36: Das ist vielleicht so ein deutsches Ding mag auch sein aber das ist auch sowas was einfach geändert gehört.

00:21:43: es können Sachen besprochen es fällt so viel vor in einem Leben und es gibt einfach auch Sachen die man daheim nicht besprechen kann wo man einfach mal einen safe place braucht und da wäre ein Therapeut eben einfach wirklich eine eine gute Anlaufstelle.

00:22:01: und das Zusammenspiel aus diesen ganzen Punkten.

00:22:05: Jeder hat mir dann wieder was mitgegeben, ich habe dann angefangen Muskelen-Spannung zu machen.

00:22:10: Man testet sich dann selber aus Meditation begonnen ist Lesen wieder angefangen solche Sachen um einfach runterzukommen in diesem Moment Spaziergänge bekommen aber was auch wichtig ist dazu Ich hab sehr viel getestet.

00:22:28: Ich habe ausprobiert, ich hab fünf Minuten meditiert.

00:22:32: Dann habe ich versucht eine Stunde zu meditieren.

00:22:34: was tut mir gut?

00:22:35: wo geht es mir danach besser?

00:22:37: und ich glaube auch da erwähne ich vielleicht jetzt gerade Beispiele.

00:22:41: aber jeder muss in dem Fall Science finden.

00:22:44: der einer sagt vielleicht wieder spazieren ist mir zu langsam.

00:22:47: das ist nicht meins der gedraht fahren.

00:22:49: aber wir brauchen irgendwelche Momente wir brauchen Möglichkeiten die wir für uns nutzen können und eben auch um abschalten zu können.

00:23:00: Abschalten ist nicht für jeden Meditieren, sondern jeder muss seinen Bereich finden wo er das rausnehmen kann.

00:23:09: Du hast eben gesagt es sind Kleinigkeiten und man kann auch einfache Dinge verändern?

00:23:14: Die Frage an Daniela was wenn aus deiner Sicht so Dinge die man verändern kann unter Gewohnheitsaspekten?

00:23:25: Ich arbeite gerne mit der Mind-Body Medizin.

00:23:27: Das ist eine Wissenschaft aus den siebziger Jahren von einem Kardiologen Herbert Benson in Harvard entwickelt und erforscht, die steht auf den Säulen, die sich mit Bären abkürzen lassen.

00:23:39: Behavior, Exercise, Relation, Relaxation & Nutrition also Gesundheitsförderliches Verhalten, Sport Bewegung Betätigung wie auch immer die Aussehen mag Entspannungsverfahren, das kann Juga sein.

00:23:53: Das kann Meditation sein.

00:23:54: Es kann progressive Muskel-Relaxationen sein.

00:23:58: und nutrition Ernährung entzündungshämmende gesunde Mittelmeerkostbasierte Ernährungen.

00:24:06: Das sind so grob die Säulen auf die wir stressreduzierendes Verhalten stellen können.

00:24:14: Und wieder innerhalb dieser Säule gibt es unzählige Möglichkeiten ich finde das hast du ganz toll beschrieben die man ausprobieren darf.

00:24:22: Also für den einen ist eine Atemübung, die ich immer wieder einschieben kann wenn es gerade um mich rumtribulent wird und das kann so einfach sein wie die Zwergfellatmung tief in den Bauch einatmen erstes Zwerchfell aufpusten dann erst die Lunge ganz füllen mit Luft durch atmen länger aus als einatman.

00:24:45: Moment im Stress innehalten.

00:24:48: Es gibt so ganz viele, ganz kleine Methoden für die ich keine großen Anschaffungen brauche, die mich aber aus diesem Stressmodus, diesen Fight Flight and Freeze was wir haben wenn unser Quartisol auf Dauer hoch ist rauszuholen und ganz zurück in den Moment zu holen Wie die jeweils aussehen, ist ganz vielfältig und ich brauche auch nicht jeden Tag die gleiche Methode um mich runterzuholen.

00:25:12: Wichtig ist dass sich sie kennenlernen.

00:25:14: so wie du gesagt hast das ich einen Werkzeugkasten packen kann Am besten mit einem Team an meiner Seite, also mit einem Therapeuten.

00:25:20: Mit einer Therapeutin die mir diese ganzen Verfahren einmal vorstellt dass ich nicht googeln muss sondern das ich jemanden habe der sagt hast du eigentlich schon mal drüber nachgedacht zu meditieren?

00:25:30: und wenn ich selbst fürchterlich hebelsterzig bin sag die Theorie zwar wenn du keine Zeit hast zu mediten dann meditiere doppelt so lange wie gestern aber wenn ich merke ich hab so viel hummeln im bobbels um es mal auf hessisch zu sagen dass sich jetzt heute nicht auch noch zehn Minuten meditieren kann, weil es mich unter Stress setzt an Meditation zu denken.

00:25:49: Dann ist es vielleicht das Richtige mit die Laufschuhe an die Füße zu schnüren und eine Runde rauszugehen und es rauszulaufen.

00:25:55: Denn Stress stellt Energie bereit!

00:25:57: Und wenn wir sie nicht verbrauchen, weil wir am Schreibtisch sitzen bleiben und uns ärgern über die Stresssituation dann arbeitet diese bereitgestellte Energien.

00:26:06: unser Herz schlägt schnell, die Atmung ist beschleunigt Und wir nutzen das gar nicht, unser Muskel ist durchblutet und weiß gar nicht wohin mit all dieser bereit gestellten Energie.

00:26:16: Dann kannst du teils sinnvoll seine bewegte Mittagspause zu machen und eine Runde zu rennen.

00:26:21: Dann fährt doch der Stresslevel runter!

00:26:23: Und bewegt den Mittagspausen.

00:26:25: für mich dann nochmal ein Stichwort?

00:26:26: Da sind wir ja auch wieder im Berufsalltag... ...und die Frage wie bist Du denn wieder in deinen beruflichen Alltag

00:26:35: zurückgekommen?!

00:26:37: Tatsächlich step by step, also auch danach musste ich mir das wirklich wieder erarbeiten.

00:26:42: Ich bin jeden Tag mit meiner Frau einen Meter weiter in die Firma dann wieder zurück und dann wieder weiter... Es hat die ganze Zeit bis ich wieder zurückgekommen bin.

00:26:56: Hat ein Zeitfenster von zwei Jahren eigentlich gehabt!

00:26:59: Und wenn man jetzt zwei Jahre natürlich nimmt ist es tatsächlich eine lange Zeit um mal sowas wieder rauszukommen Und die zwei Jahre danach ist nicht vorbei.

00:27:14: Also du musst dann natürlich immer weiter schauen, ob das wieder zurückfällt.

00:27:20: Wenn Du darüber nachdenkst in der Vergangenheit wie Du Deine Arbeit verändert hast oder Dein Vorgehen verändert hast ... Wie bist Du da vorgegangen?

00:27:32: Was war belastend vorher für Dich und was hast Du verändert in Arbeitsprozessen für dich?

00:27:39: Ja, ich spreche jetzt mal aus der Unternehmersicht oder speziell aufs Unternehmen auch bezogen.

00:27:45: Was man mit Sicherheit auch viel ins Privatleben mit reinnehmen kann aber gerade im Unternehmen... Man muss lernen und ich musste lernen Sachen auch abzugeben und das ist glaube ich mit ein Schlüssel dass man nicht alles eben selber machen will Und eben auch nicht alle selber machen kann.

00:28:04: in meinem Beispiel wir haben einen Meister mit eingestellt, der dann wie die Geschäftsführung übernommen hat.

00:28:12: Wir haben neue Programme eingeführt, die einfach auch digitaler waren damit man wieder Büro und Zeitressourcen dadurch gewonnen hat.

00:28:23: wir haben im Büro noch jemand dazu eingestellt.

00:28:26: Einfach das was man dann gebraucht hat wo man gemerkt hat Mensch holen doch jemand dazu es bringt dir wieder Zeit dann kannst du entspannter wieder mit ... einem Kunden, einem anderen Mitarbeiter dir wieder Zeit nehmen.

00:28:36: Also das, was du quasi vorher selber gemacht hast?

00:28:39: Genau!

00:28:39: Viele Themen die ich früher selber gemacht habe... ... hab' ich tatsächlich einfach abgegeben an Mitarbeiter und es hat mir eben wieder Freiraum gebracht.

00:28:50: Und somit natürlich auch wieder konnte ich mich wirklich um unser Unternehmen kümmern.

00:28:56: Also um die eigentliche Arbeit?

00:28:58: Um die eigentlichen Arbeit.

00:28:59: man sagt ja immer der Unternehmer muss am Unternehmen arbeiten und nicht im Unternehmen.

00:29:04: Es ist natürlich immer leichter gesagt als getan gerade am Anfang, man braucht auch eine gewisse Mitarbeiterzahl damit es dann alles möglich ist.

00:29:13: aber man kann auch wenn man kleiner ist vielleicht Mitarbeitern Arbeiten abgeben.

00:29:19: fahr mal du noch bei dem Kunden vorbei mach mal du das Bild Man findet Möglichkeiten.

00:29:24: Man kann sich auch, um auf WhatsApp noch einmal zu kommen zum Beispiel einfach mal ein Foto vom Kunden schicken lassen, dass man nicht die Stunde hinfährt und wieder eine Stunde zurück fährt, um erstmal die Basics vielleicht im Vorfeld schon zu klären.

00:29:37: Und da gibt es ganz viele Punkte, die man wirklich als Klein- und Kleinsbetrieb einfach mit ändern kann wenn man Arbeit an vertraute Personenmitarbeiter eben auch abgeben kann.

00:29:54: Da gibt es tatsächlich ein ganz tolles Prinzip im Stressmanagement, das Eisenhower-Prinzip.

00:30:00: Also da ordnet man Dinge nach ist dringlich und wichtig?

00:30:03: Ist dringlig aber nicht so wichtig?

00:30:06: Is wichtig Aber nicht so dringig oder is weder dringend noch wichtig Und wenn man das einmal für sich einsortiert hat dann weiß man was dringelich und wichtig ist.

00:30:14: Das mache ich als Führungsperson direkt am besten selbst und sofort.

00:30:19: Alles was dränglich ist Wichtig ist aber nicht Dringlich Terminiere ich mir zum Beispiel im Kalender, dass sich es selbst tue aber zum Zeitpunkt XY.

00:30:29: Dinge die vielleicht weder dringlich noch wichtig sind kann ich auch überlegen ob ich sie sein lasse oder wirklich getan werden müssen.

00:30:37: und Dinge die wenig Dringlich sind aber wichtig sind, kann nicht gut delegieren.

00:30:43: Und wenn man das einmal für sich so ein bisschen in die Abläufe hat einfließen lassen

00:30:47: kann

00:30:47: auch das wieder ritualisiert Linderung schaffen im Alltag

00:30:52: Ja, und dann gibt's natürlich auch den Punkt vielleicht gibt es ja auch einfach Menschen in der Firma oder im Umfeld die Sachen besser können als man selber.

00:31:01: Das soll sie auch geben!

00:31:03: Ganz überraschend.

00:31:04: Und das sind einfach so Schlüsselpunkte?

00:31:08: Ja absolut.

00:31:09: Eine Frage noch.

00:31:10: Wie weit war das Thema Existenzangst für dich also im Zuge der gesamten Krankheitssituation?

00:31:16: War ein langer Zeitraum.

00:31:19: Unternehmen lief weiter.

00:31:20: du hast vorhin gesagt Deine Frau hat alles gemanagt oder vieles gemanzt.

00:31:28: Wie war es dabei euch?

00:31:29: Oder bei dir?

00:31:31: Ganz am Anfang war da nichts vorhanden, weil einfach die Schwere der Depression so arg war.

00:31:40: Es ging einfach nur um ... wird's mal fast drastisch sagen, um überleben und wieder rauszukommen.

00:31:48: Aber natürlich, umso länger der Prozess ging Umso größer wurden auch die Ängste.

00:31:53: Es wurden Ängsten um Mitarbeiter verlassen, die mich stehen sie zu unserer Firma?

00:31:58: was sagen Kunden?

00:31:59: springen uns Kunden ab?

00:32:01: habe ich dann noch Die Möglichkeit meine Mitarbeiter zu beschäftigen?

00:32:06: Ich war zur derzeit ein junger keil.

00:32:08: ich hatte lauter junge junge Mitarbeiter die haben Häuser gebaut die haben auch Familien gegründet Kinder bekommen.

00:32:15: Das ist nicht so dass man das mehr da nur der Eigenbrötler ist und in seine Haut steckt.

00:32:21: Das war Existenzängste, waren zu der Zeit ein Riesenthema.

00:32:27: Auch wir, meine Frau und ich hatten neu gebaut.

00:32:30: Ich wusste nicht wie macht meine Frau das?

00:32:32: Wie können wir das Haus erhalten?

00:32:33: Wir sind da eine Jahr drin große Autos gefahren die Firma ist gelaufen also da ist schon ein...das war schon ein großes Thema.

00:32:43: ja

00:32:44: Und wie seid ihr dann?

00:32:46: Wie habt ihr das gemanagt?

00:32:48: Also jetzt nicht finanziell, sondern so der Umgang mit dieser Angst.

00:32:53: Viel über weitermachen natürlich!

00:32:56: Ich hatte Gott sei Dank damals eben das Glück meiner Frau meines Meisters und meiner Mitarbeiter die die Firma in der ganzen Zeit am Laufen kalten haben und somit natürlich auch weiter Geld rein kam.

00:33:10: bei den Kunden war immer das Thema Knie Reha erst mal noch und ich muss aber auch sagen nachdem es bekannt wurde und das wurde dann natürlich, ich komme von einem kleinen Dorf wo viele kleine Dörfer aus herum sind.

00:33:24: Also es wurde dann schon sehr schnell bekannt.

00:33:29: aber...

00:33:32: Auch

00:33:32: ohne Internet?

00:33:33: Ja tatsächlich!

00:33:34: Aber ich würde sagen zumindest nicht wissentlich hat uns kein Kunde auf Grund dessen verlassen auch bei den Mitarbeitern.

00:33:45: Ich habe vorhin gesagt, wir sind alle mit an Bord.

00:33:47: über die Jahre haben uns natürlich auch Mitarbeiter verlassen.

00:33:50: aber das ist ja auch der Punkt.

00:33:51: Auch ein Mitarbeiter hat mal was anderes vor möchte weitermachen will sich etwas anders anschauen.

00:33:57: deswegen ich würde einfach sagen übers weiter machen in dem Sinn und irgendwann kommt man dann wieder raus Gott sei Dank jetzt in meinem Fall dass man es dann auch wieder stückchenweise selber mit in die Hand nimmt.

00:34:12: Wie wichtig findest du das Thema?

00:34:14: Wenn du der Chef des Unternehmens bist, war es wie auch immer ... Das Thema Vorbildfunktion.

00:34:21: Der Umgang mit dem Thema Krankheit und in diesem Fall psychische Erkrankung in der Firma mit den Kolleginnen und Kollegen und das eigene Vorleben.

00:34:33: Ja ganz wichtig.

00:34:35: aber auch da ist eben die persönliche Veränderung von mir jetzt speziell wichtig gewesen Weil wenn ich als Chef am Anfang vorne weggehe und sage, Burnout schau das wieder auf deine Arbeit gehst oder das auch so kommuniziere dass ich so denke.

00:34:50: Welcher Mitarbeiter oder welche Mitarbeiterin soll denn zu mir kommen?

00:34:54: Und sagen du Chef ich habe mit meinem Mann daheim Frau ein Problem gehabt Mir geht es heute nicht gut Traut sich doch niemand.

00:35:02: und natürlich dieser offene Umgang Oder diese Veränderung Hat dann schon auch sehr viel bewirkt im Team und auch in meinem Denken über die einzelnen Personen, weil eben nicht immer die erste Reaktion zählt.

00:35:17: Sondern weil man halt wenn dann mal einer schlecht drauf ist hinterfrägt okay der ist doch eigentlich immer gut drauf.

00:35:24: irgendwas stimmt doch net da nehme ich mir den ins Büro redet man spricht vielleicht reicht manchmal eine Nachricht aber einfach die nachfrage hey dir geht es doch nicht gut was ist los?

00:35:36: Und dieses wahrnehmen Auch dessen nimmt jeder andere wahr.

00:35:40: Das nimmt jeder Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin wahr.

00:35:43: Und das ist ja schon auch eine Vorbildfunktion.

00:35:48: fast, dass ich meine Mitarbeiter

00:35:49: sehe.".

00:35:51: Daniela, an dich eine Frage unter Ressourcengesichtspunkten auf der einen Seite aber Möglichkeiten?

00:35:57: Auf der anderen Seite was Betriebe und Unternehmen tatsächlich tun können.

00:36:01: in größeren Unternehmen ist es sicherlich einfacher vor Sorge zu betreiben oder Menschen mitzunehmen, vielleicht auch Beauftragte zu haben die sich um solche Themen kümmern.

00:36:13: Was machen denn kleinere Betriebe um das Thema Vorsorge zu regeln?

00:36:19: In kleineren Betrieben ist natürlich die Sorge auch erst mal groß.

00:36:22: was kostet das alles wenn wir jetzt da noch ein Programm ausrollen jemandem von extern reinholen der uns vielleicht eine Coaching Session macht.

00:36:30: Die gute Nachricht, das ist gar nicht zwingend notwendig!

00:36:33: Es geht in allererster Linie darum ein Klima zu schaffen wo Dinge ansprechbar sind, wo es sagbar ist wenn es mir nicht gut geht dass mein Chef das Klima schafft, indem er vorlebt wie er selbst mit Belastungen umgeht.

00:36:52: Dass er nicht Superman ist an dem alles wie von der Teflon-Fanne abperlt sondern dass er Mensch mit Haut und Haaren ist, der auch Pausen braucht, der am Arbeitstag vielleicht am Ende des Arbeitstages erschöpft ist das vorzuleben is schon goldes wert!

00:37:08: Und wenn wir dann noch kleine Rituale in den Unternehmen integrieren können Vielleicht ein täglicher kleiner Check-in, mit dem jeder starten kann für sich in den Arbeitstag.

00:37:20: Nicht dass man eine Runde macht und jeder muss es laut sagen aber das ich einmal bevor ich die Werkzeugkiste in den Transporter packe mich kurz frage wie geht's mir denn heute?

00:37:29: was ist mein Wunsch für heute?

00:37:32: wo gehts mir?

00:37:32: vielleicht nicht so gut dass ich da hin höre hin fühle vielleicht ein Gespräch suche wäre notwendig gesunde Rituale zu schaffen, im Unternehmen und diese Rituaale vorzuleben.

00:37:43: Das kostet nicht viel und es öffnet Türen.

00:37:46: Was könnte das für gesunde Retualle sein?

00:37:49: Wenn ich das zum Beispiel auch in Kleins betriebe mal ... Jetzt nehmen wir mal den Fünfmannbetrieb!

00:37:56: Zum Beispiel auch ein Treffen nach Feierabend.

00:37:58: Das muss nicht das berühmte Feierhaben-Bierchen sein aber einfach nicht nur ins private Auto zu steigen und jeder fährt nach Hause sondern einfach so eine Abschlussrunde zu generieren.

00:38:09: Auch da, es gibt unzählige Möglichkeiten die so bunt sind wie eure Betriebe da draußen und das hilft überhaupt nichts wenn ich jetzt Vorschläge mache die nicht zu euch passen was will sie denn jetzt von mir in dem Gotteswillen auch noch?

00:38:19: Das ist wieder Stress erzeugend und den wollen wir ja nicht.

00:38:22: aber wenn man

00:38:22: im

00:38:23: Unternehmen abstimmt was wäre dann für uns ein schöner Abschluss der Woche zum Beispiel Und dann Ideen sammelt und die mal ausprobiert und guckt Was passt gut zu uns was passt vielleicht nicht?

00:38:34: und die turnusmäßig wöchentlich zum Beispiel oder einmal im Monat einzuführen, um einfach so ein gesundes und schönes Miteinander zu schaffen.

00:38:44: Das ist das was unsere Seele nähert und was auch helfen kann in Situationen, in denen uns nicht so leicht es vielleicht über Schwierigkeiten zu sprechen.

00:38:54: wenn wir wissen ich habe hier einen Safe Space Ich hab einen geschützten Rahmen Und ich muss nicht performen um hier dabei zu sein sondern ich darf auch verletzlich sein.

00:39:03: Ja, Daniela da muss ich vielleicht mal einhaken.

00:39:06: Noch was ergänzend aber auch für alle Unternehmer vielleicht die zu hören?

00:39:11: Aus dieser Geschichte habe ich dann natürlich auch gedacht Ich muss jetzt alle meine Mitarbeiter auf meine Seite ziehen und jetzt müssen wir alle immer schöne Besprechungsrunden machen Und wir müssen jetzt alle am besten Hand in Hand miteinander spazieren gehen.

00:39:25: Man darf dann auch nicht enttäuscht sein wenn eben nicht alle Mitarbeiter das mitmachen wollen Und das ist auch ganz wichtig, weil viele sind dann in ihrem Leben gerade an einem anderen Punkt.

00:39:39: Der Lehrling hat jetzt einen anderen Fall wie der Ehemann, der gerade das dritte Kind bekommt und das muss man dann auch wieder akzeptieren.

00:39:47: also anbieten ja aber auch akzeptiert eben wenn vielleicht nur einer oder nur zwei am Anfang mitmachen und darüber haben wir vielleicht die Gruppe gewinnt

00:40:00: Superwichtige Ergänzung.

00:40:01: Nicht missionarisch auf alle Aufstülpen und dann am Ende gekränkt sein persönlich, weil man ja nur das Beste wollte aus der eigenen Erfahrung raus.

00:40:10: Ganz ganz wichtig!

00:40:11: Was wäre denn ein sinnvoller erster Schritt wenn jemand nach dem Hören oder sehen dieses Podcasts auf den Gedanken kommt Mensch?

00:40:19: Das ist ja so ähnlich wie bei mir vielleicht nicht ganz drastisch oder dramatisch aber zumindest auf dem Weg dahin.

00:40:28: was mache ich denn jetzt?

00:40:30: Ich würde empfehlen, einmal sich die Zeit zu nehmen und wirklich zu notieren.

00:40:35: Was fällt mir an mir auf?

00:40:37: An Symptomen, die vorher so nicht da waren.

00:40:40: Egal wie bunt das Bild ist damit wir möglichst schnell das zusammenführen können zum großen Ganzen!

00:40:47: Denn nochmal keiner ist so nah dran an unserer Gesundheit wie wir selbst gilt es, Hilfe zu holen.

00:40:54: Ob der erste Ansprechpartner erst mal die Partnerin der Partner ist oder ob das der Hausarzt isst oder ob man vielleicht schon therapeutische Kontakte hat, die man nutzen kann.

00:41:04: Wichtig ist wenn ich erkenne irgendwas stimmt hier nicht muss sich nicht alleine dadurch.

00:41:10: und wir dürfen nicht suggerieren mit allen was wir jetzt gesagt haben Atme mal dreimal, gehst eine Runde joggen und wenn dich dann noch aufs Meditationskissen setzt und eine runde Yoga einschiebt, dann wird das schon.

00:41:23: Da brauchst du auch keinen Burnout zu befürchten!

00:41:26: Also ja es braucht ein Netz.

00:41:27: uns brauchen professionelles Netz Und nein nicht eine atemübung Selbst im Kombination mit der gesundsten Ernährung und wird dich automatisch irgendwo hinbefördern.

00:41:38: Ich habe eine Frage an euch, was wünscht ihr euch ... Wenn ihr euch jetzt etwas wünschen dürft in Hochsommer?

00:41:45: Was wünschst ihr euch für den zukünftigen Umgang mit psychischen Erkrankungen im Handwerk?

00:41:49: Ja, was wöhnsche ich mir?

00:41:50: natürlich der offene Umgang einfach damit.

00:41:54: Das ist aber so ein Wunsch, der nicht einfach nur fürs Handwerk gilt, der für uns alle gilt!

00:42:00: Ich denke, dass unser Zeit und es passt vielleicht noch mal zu deinen letzten Sätzen, Daniela.

00:42:05: Dass unsere Zeit sich einfach verändert hat.

00:42:07: Diese Verfügbarkeit von allem... Die Verfügbarheit wenn wir abends am Sofa sitzen und scrollen durch unser Handy.

00:42:15: Unser Kopf schaltet nie ab und das ist nur ein Beispiel.

00:42:19: Das gab's früher nicht.

00:42:20: Immer wieder im Handwerk.

00:42:21: Früher habe ich mein Badezimmer gefließt oder der Handwerker früher vor meiner Zeit hat sein BadeZimmer gefliesst ist heim, hat sein Familienessen gehabt und hatte dann irgendwo seine Gartenarbeit, wo er entspannt hat.

00:42:32: Oder sie saßen einfach ... Vielleicht haben sie auch nichts gemacht!

00:42:35: Aber das ist immer noch besser wie immer irgendwas zu tun.

00:42:41: Und dadurch dass sich die Zeit eben so verändert gibt es eben mehr psychische Erkrankungen weil wir nicht mehr rauskommen.

00:42:48: Das müssen wir uns vielleicht bewusst werden, schon lang nichts mehr ist, das ist ein Einzelfall oder der Nachbar hat es trifft die fünf anderen nicht.

00:43:01: Nein, es kann einfach und das zeigen mittlerweile halt auch Statistiken dass es wahrscheinlich jeder irgendwo mal in einer gewissen Schwere oder auch Leichtigkeit in seinem Leben irgendwo durchmacht Und du sagst es vorhin Es muss auch nicht jeder so durchmachen wie ich oder bekommen wie Ich aber der Umgang damit vielleicht auch das Verständnis wirklich der Veränderung unseres Lebens und dass es da rauf zurückzuführen ist, dass wir das als Krankheit ansehen müssen.

00:43:35: Daniela was ...

00:43:38: Du

00:43:38: darfst ja auch etwas wünschen!

00:43:40: Ich wünsche mir gleich was und ergänze kurz mein Mann ist selbst Handwerker und ich erlebe das ganz ähnlich wie du das beschreibst Mein Mann fast nie Privatperson ist und dass das so wichtig ist, auch mal privat nicht ansprechbar zu sein für irgendeine Baustelle XY die gerade bei jemand anderem aufgeploppt ist.

00:44:01: WhatsApp ist ein Fluch!

00:44:03: Und diese ganzen schnellen Kommunikationsmittel... Die Menschen, die sonst nach Hause kommen und stellen fest, ah der Rolladen hängt, melden sich um Uhr und später, weil sie dann feststellen der Rolle ankämmt und haben keine Hemmung.

00:44:17: Dann die WhatsApp zu schicken.

00:44:19: und man hat direkt so einen Handlungsbedarf selbst wenn man jetzt nicht mehr es macht.

00:44:23: was mit einem Wenn man immer ansprechbar ist für jedes Topic.

00:44:28: Deshalb ist es so wichtig auch privat sein zu dürfen Auch als Handwerker auch als Handwerkerin auch als Unternehmer und Unternehmerin.

00:44:37: Es gibt ein Berufsleben Und es gibt ein Privatleben, und das gilt es unbedingt zu schützen.

00:44:42: Auch im Urlaub zum Beispiel.

00:44:44: Daniela darf ich da noch direkt rein?

00:44:46: Weil du grad das Thema WhatsApp angesprochen hast ... Ich glaube aber auch auf der anderen Seite die Erwartungshaltung durch eine gesendete WhatsApp ... Oh, da sind nicht die blauen Haken!

00:44:56: Hatte er's immer noch nicht gelesen... Da gibts schon ne Mahnung, de vermeintliche was auch immer das bedeutet.

00:45:02: in der Erinnerung also dir Auch die haben sich ja verändert, die Erwartungshaltung.

00:45:09: Absolut!

00:45:09: Wir leben im Zeiter von Internet und alles ist zu jeder Unzeit für jeden schnell verfügbar auch menschliche Ressourcen.

00:45:17: das ist fatal natürlich für unsere psychische Gesundheit.

00:45:21: was ich mir wünschen würde wäre dass wir in allen Lebens- und Arbeitsbereichen und das Risiko für psychische Erkrankungen mitdenken.

00:45:32: Und dass wir es nicht als Schwäche deklarieren, wenn jemand sagt ... Ich kann so nicht weiter, ich brauche Hilfe!

00:45:40: Je früher wir handeln, desto besser für jeden und jede von

00:45:43: uns.".

00:45:44: Wir haben in unserem Podcast

00:45:46: ... Ihr

00:45:47: kennt es?

00:45:48: Daniela, du kennst es in jedem Fall.

00:45:50: Jan lernt es jetzt.

00:45:51: Gehen wir einen Mythen-Check.

00:45:53: Traditionell quasi.

00:45:55: Ich geb euch jeweils einen Mythos und ihr nehmt einfach Stellung dazu.

00:46:00: Den Dritten würde ich euch an euch beide geben, dann haben wir hier so ein bisschen kleine Sparring.

00:46:08: Jan, ich fange mit dir an.

00:46:09: Wenn ich als Arbeitgeber oder Führungskraft offen über meine psychischen Probleme spreche, verliere ich das Vertrauen der Mitarbeitenden?

00:46:17: Völliger Schwachsinn!

00:46:18: Kein Mensch wird dir den Rücken zu kehren wenn du irgendwo ehrlich eine Schwäche zeigst.

00:46:24: Da bin ich fest davon überzeugt, dass wenn man das offen anspricht.

00:46:31: Dass aus diesem Grund keiner geht.

00:46:36: Daniela!

00:46:36: Wenn ich als Chef oder Chefin offen mit meinen Mitarbeitenden über Themen wie Pausen bei Überlastung und Erschöpfung spreche, ermutige ich sie weniger zu leisten?

00:46:47: Und Gottes Willen, das wäre ja fatal.

00:46:51: Es geht zum einen nicht nur um das Darüber sprechen sondern um das Vorleben.

00:46:55: Das heißt ich darf mir als Chefin, als Chef vor allen Dingen auch Pausen gönnen und nicht erst wenn ich auf dem Zahnfleisch grieche und ich gehe sogar soweit das Wort muss zu benutzen was ich sonst immer gerne vermeide.

00:47:08: Ich muss da sogar offen kommunizieren dass das Gegenteil der Fall ist.

00:47:12: Pausens sind wertvoll und wichtig und wenn es etwas gibt was auf der Arbeit mir nicht gut tut, sprecht es an mit euren Führungskräften?

00:47:21: Dafür sind die doch da.

00:47:22: Die sind dankbar dafür Arbeitsumfeld so zu gestalten dass jeder gerne kommt.

00:47:27: Guck wie stolz Janne ist das sein Team genau so!

00:47:30: Da steht an seiner Seite wir am ersten Tag und vielleicht noch weiter wächst.

00:47:34: Darum geht's doch, dass alle gerne kommen, dass das ein gutes Miteinander ist Und das kann ich nur stützen indem die passende Umgebung schaffe, in der ich auch gesund arbeiten kann.

00:47:48: Dann machen wir einen Ausrufverzeichen hinter.

00:47:51: Wer einen Burnout hatte wird nie wieder so leistungsfähig wie früher?

00:47:55: Die Frage geht an euch beide.

00:47:58: Daniela, diesmal darfst du anfangen!

00:48:00: Ich finde Jan, du bist das beste Beispiel, dass es auch hier das Gegenteil der Fall ist.

00:48:03: Wie Phönix aus der Asche haben wir vorhin angefangen und ich finde, das ist eine tolle Überschrift für was dein Werdegang zeichnet.

00:48:11: Also ... Natürlich gilt es für uns alle, insbesondere wenn wir schon mal in einem Burnout und oder einer Depression waren achtsam mit unseren Ressourcen umzugehen.

00:48:22: Achtsam zu sein, wenn es mir plötzlich nicht mehr gut geht, wenn sich wieder Dinge einschleichen die ich vielleicht von früher noch kannte Wenn ich mich wieder zurückziehe, wenn einfach irgendwas wieder einreist Und gleichzeitig Wir sind wieder beim Schwarm.

00:48:36: Es ist nicht nur ein Zurückspringen auf Die alte Form kümmerliches Rest von der alten Form, sondern es ist viel mehr ein Wachstum möglich.

00:48:46: Wenn wir gut auf uns achten wenn wir die neuen Kraftquellen und Stressmanagement das Stressmanagement was wir an die Hand bekommen haben für uns nutzen können dann können wir gesund wachsen.

00:49:00: auch unser Unternehmen kann gesund wachen und dass finde ich ist die größte der größtes Schatz und das hast du gleich zu Beginn des Gesprächs gesagt dass du diese schlimme Lebenssituation und diese schlimmen Lebensphase, durch die du durchmustest auch als ... ja eine Kraftquelle wahrgenommen hast.

00:49:16: Weil sie dich da eingebracht hast, wo du jetzt bist?

00:49:21: Dann hast du das Schlusswort!

00:49:25: Genauso würde ich's noch mal fast wiederholen.

00:49:29: Was ich damals hatte hat den Menschen daraus gemacht, der jetzt bin.

00:49:34: Und jetzt bin ich ein Inhaber von fünf Unternehmen Arbeitet definitiv mehr, als ich damals gearbeitet habe.

00:49:46: Wesentlich entspannter!

00:49:48: Ich hab wesentlich mehr Familienzeit... ...ich bin für meine wichtigen Menschen um mich herum jeder Zeit erreichbar und deswegen jeder kann aus so einer Situation wieder rauskommen wie aus vielen anderen auch.

00:50:08: aber es ist denke ich der Umgang damit mit diesen ganzen vielen kleinen Punkten.

00:50:16: Wie gehe ich mit mir um?

00:50:17: Es ist das ganzheitliche einfach.

00:50:19: Und wenn man sich darum kümmert, sich hinterfrägt dann kann man auf jeden Fall auch Kraft aus so einer Situation ziehen vielleicht auch für andere Kraft geben und andere motivieren und deswegen also man kann ganz klar auch wieder rauskommen aus so ner Nummer.

00:50:40: Nämlich dass jetzt wirklich.

00:50:42: als Schlusswort vielen Dank.

00:50:43: Als mal vielen, vielen Dank für deine Offenheit in diesem Gespräch.

00:50:46: Danke, dass ich dabei sein konnte?

00:50:48: Das hat mir sehr viel Freude bereitet hier mit dir mich zu unterhalten.

00:50:53: Dankeschön!

00:50:54: Daniela.

00:50:55: das Gleiche geht natürlich auch an deiner Adresse wenn auch online.

00:51:00: aber die Erkenntnisse, die du uns aus deiner medizinischen Sicht oder beruflichen Sicht aus der anderen Seite bringst auch das ist sehr erhehlend Wie ich finde, sehr absolut überzeugend.

00:51:15: Wenn ihr in einem Satz einen Fazit zieht ... Daniela!

00:51:22: Was wäre das für heute?

00:51:25: Wenn du das Gefühl hast, dass stimmt etwas nicht mit deiner Gesundheit ganz gleich, ob körperlich oder psychisch, dann vertraue auf deinen Bauchgefühl und geh dem nach und lass dich nicht abwimmeln, bis es dir besser geht.

00:51:39: Jan... Ich

00:51:42: hoffe, dass wir mit unserem Gespräch heute viele, viele Menschen aufwecken können, vielleicht auch die Angst nehmen können vor solchen Themen.

00:51:54: Und das wäre eigentlich meine Hoffnung aus diesem Tag oder aus diesem

00:51:59: Gespräch.".

00:52:01: Ja dann vielen Dank an euch beide!

00:52:03: Das war's für heute.

00:52:04: in Kürze erscheint die nächste Folge von Alles Geregelt.

00:52:08: Vielleicht haben sie ein paar Minuten Zeit uns in ihrer Podcast App zu bewerten und wenn Sie fragen Lobkritik

00:52:15: oder

00:52:16: Themenvorschläge haben, schreiben Sie uns gerne an allesgeregelt at ikk-classic.de oder auf den bekannten Social Media Kanälen sind wir auch erreichbar!

00:52:27: Vielen Dank bis zum nächsten Mal.

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